Qualitätssicherung: Hochauflösende Endoskopie und 6-Augen-Prinzip

 

In unserer Praxis kommen hochauflösende Endoskope der Spitzenklasse (Exera III, Firma Olympus) zum Einsatz. Die Spiegelungen werden nahezu ausschließlich in Gegenwart des untersuchenden Arztes und von zwei speziell ausgebildeten Medizinischen Fachangestellten durchgeführt. Für dieses Team gilt: Sorgfältige Überwachung der Patienten während der Untersuchung, langsame und sorgfältige Inspektion des gesamten Darms beim Hochspiegeln und beim Geräterückzug und 6-Augen-Prinzip: 6 Augen des Gesamtteams sehen mehr Polypen als nur 2 Augen des untersuchenden Arztes. Diese Prinzipien sind durch publizierte Studien belegt und werden in unserer Praxis sorgsam befolgt. Zudem wurde Anfang des Jahres 2017 ein hochwertiges, besonders dünnes Endoskop für die schwierige Dickdarmanatomie (PCF, Fa. Olympus) erworben. Damit ist eine schonende Endoskopie auch bei solchen Patienten gewährleistet.

 

Die Zahl der Polypen, die bei einer Darmspiegelung gesehen und entfernt werden, ist ein Maß für die Qualität der Spiegelung:

In einem bundesweiten Qualitätssicherungsprojekt des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung wurden für unsere Praxis für die Jahre 2014 und 2015 (Jahr 2016 noch nicht ausgewertet) folgende Ergebnisse festgestellt:

Im Jahr 2014 wurden bei 28% der von uns untersuchten Frauen und bei 49% der von uns untersuchten Männer  polypöse Neubildungen (Adenome oder Karzinome) entdeckt. Unsere Erkennungsrate für diese Polypen lag damit deutlich mehr als doppelt so hoch als die durchschnittliche Erkennungsrate für Polypen in deutschen Endoskopiepraxen (Frauen: 12%, Männer: 18,7%).

Im Jahr 2015 wurden sogar bei 37% der von uns untersuchten Frauen und 54,5% der von uns untersuchten Männer  polypöse Neubildungen (Adenome oder Karzinome) entdeckt. Unsere Erkennungsrate für diese Polypen lag damit deutlich deutlich höher als die (in diesem Jahr bessere) durchschnittliche Erkennungsrate für Polypen in deutschen Endoskopiepraxen (Frauen: 21,5%, Männer: 33%).

Im Jahr 2014 handelte es sich bei 12% der von uns untersuchten Frauen und bei 14,8% der von uns untersuchten Männer um „fortgeschrittene“ Polypen. Diese Polypen haben entweder wegen ihrer Größe oder wegen ihrer Gewebebeschaffenheit ein besonders hohes Entartungspotential. Sie wurden demnach in unserer Praxis ungefähr doppelt so häufig entdeckt wie im Durchschnitt der deutschen Endoskopiepraxen (Frauen: 4,9%, Männer 8,6%).

Im Jahr 2015 fand sich der gleiche Trend: Bei 17,7% der von uns untersuchten Frauen und bei 27,3% der von uns untersuchten Männer wurde diese "fortgeschrittenen" Polypen von uns entdeckt. Sie wurden demnach in unserer Praxis jetzt mehr als dreimal so häufig entdeckt wie im (immer noch schlechten) Durchschnitt der deutschen Endoskopiepraxen (Frauen: 5,2%, Männer 8,7%).

 

Aalen, 26.2.2017 Prof. Kleber